Welttierschutztag 04.10.2026

Qualen statt Tierschutz –  wie trotz Tierschutzgesetz bei der Zucht quälendes Leid produziert wird

Die Natur hat auf natürliche Art und Weise eine faszinierende Vielfalt an Tieren hervorgebracht, die sich perfekt an ihren Lebensraum angepasst haben. Der Mensch hingegen versucht durch gezielte Zucht, Tiere an seine Anforderungen anzupassen und bestimmte Eigenschaften zu verstärken und damit auf immer absurdere Art und Weise Lebewesen hinsichtlich ihrer gewünschten Nutzung zu verbiegen, zu quälen, zu verletzen. Ein Leben mit Schmerzen, Leiden und Schäden ist für die Tiere vorprogrammiert.

Bei unseren Haustieren sind nicht nur Hund und Katze von immer absurderen Mode-Trends betroffen. Der Mensch vergreift sich für eine außergewöhnliche Optik auch an Kaninchen, Vögeln, Fischen und Reptilien. Wo einst Körperbau und Eigenschaften eines Tieres für seine ihm zugedachte Aufgabe in seinem natürlichen Lebensraum im Vordergrund der Natur stand, leben und leiden heutzutage Tiere durch unsinnige Züchtungsversuche und -ergebnisse ohne Nasen, mit hervorquellenden Augen, absurden Flossen oder anderen körperlichen Deformationen bei ihren Haltern.

Diese „Optimierungen“ im Namen der Wirtschaftlichkeit machen auch vor unseren Mitgeschöpfen in der sogenannten „Nutz“tierhaltung nicht halt. Milchkühe werden auf immense Milchleistung getrimmt und weil der Mensch gern Hühnerbrüste isst, werden entsprechende Hühnerrassen gezüchtet, die sich auf Grund der gigantischen Brustmuskulatur nicht mehr auf natürliche Weise fortbewegen können, sondern auf ihrer „Hühnerbrust“ liegend ihr Leben mehr oder weniger bewegungslos bis zur Schlachtung in Ställen fristen.

Auf nationaler und EU-Ebene sollen zahlreiche Gesetze und Verordnungen alle von Menschen gehaltenen Tieren einen Schutz vor Unbill bieten. So finden sich zum Beispiel im Tierschutzgesetz auch zu dem Verbot von Qualzuchten Vorschriften, die einzuhalten sind. Eines davon soll die Nachkommenschaft davor schützen, dass ihnen durch das Erreichen des Zuchtziels Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen entstehen. Dies gilt für zum einen für die Heimtiere in unseren Wohnzimmern, aber auch für unsere Mitgeschöpfe in der sogenannten „Nutz“tierhaltung in den Ställen.

Hierzu Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbande Niedersachsen e.V.: „Das Tierschutzgesetz ist eines von Menschen zum Schutz jeden Einzeltieres – egal, ob Heim- oder „Nutz“tier – geschaffenes Gesetz. Doch agiert der Mensch, dieses clevere Wesen, der seine Umwelt an sich und seine Bedürfnisse anzupassen weiß, nach dem Pippi Langstrumpf-Motto: „ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“ – koste es, was es wolle und auf Kosten unserer tierischen Mitgeschöpfe, die mit den Auswirkungen dieser „optimierenden Qual-“Zucht diesen Preis im Namen der Wirtschaftlichkeit und des „ach wie niedlich“ zu zahlen haben.“

Bildquelle: Pixabay_c_molochszczecin