„Parlamentskreis Tierschutz fordert Verbesserung der finanziellen Situation der Tierheime in Deutschland“

Christina Jantz-Herrmann
SPD Bundestagsfraktion

Birgit Menz
Die Linke. Im Bundestag

Nicole Maisch
Bündnis 90/Die Grünen
Bundestagsfraktion

Dagmar G. Wöhrl
CDU/CSU Fraktion im Bundestag
„Parlamentskreis Tierschutz fordert Verbesserung der finanziellen Situation der Tierheime in Deutschland“
Bei der zweiten Sitzung des Parlamentskreis Tierschutz im Deutschen Bundestag am Donnerstag, den 28. April 2016 stand die finanzielle Situation der Tierheime in Deutschland auf der Agenda. Unter der Schirmherrschaft von Christina Jantz-Herrman (SPD), Nicole Maisch (derzeit in Mutterschutz, vertreten durch Harald Ebner; beide Bündnis 90/Die Grünen), Birgit Menz (Die Linke) und Dagmar G. Wöhrl (CDU/CSU) diskutierten Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen gemeinsam Lösungswege, um die finanzielle Situation der Tierheime in Deutschland nachhaltig zu verbessern.
Nachdem Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die aktuellen Herausforderungen der deutschen Tierheime darlegt hatte, stellte Dr. Katharina Kluge, Leiterin des Referats Tierschutz im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, die Einschätzung des Ministeriums zur Tierheimthematik vor.
Im Anschluss wurden Lösungsansätze zur Verbesserung der finanziellen Situation der Tierheime in Deutschland erörtert und gemeinsame Forderungen in einer überparteilichen Erklärung formuliert (die Erklärung finden Sie im Wortlaut anbei).
Der Parlamentskreis Tierschutz dient der partei- und fraktionsübergreifenden Auseinandersetzung mit tierschutzrelevanten Themen und steht allen Mitgliedern des Deutschen Bundestages offen, egal ob sie in den entsprechenden Fachausschüssen aktiv sind, sich in Tierschutzvereinen oder ihrem Wahlkreis für Tierschutzthemen engagieren oder sich allgemein für das Tierwohl interessieren.
Für Rückfragen zum Parlamentskreis und der gemeinsamen Erklärung wenden Sie sich bitte an eines der Bundestagsbüros der vier Schirmherrinnen.
Parlamentskreis Tierschutz des Deutschen Bundestages
Gemeinsame überparteiliche Erklärung des Parlamentskreises Tierschutz
im Deutschen Bundestag zur finanziellen Situation der Tierheime in Deutschland
Mit enormem Engagement nehmen Tierheime im ganzen Land in Not geratene Tiere aller Art auf,
pflegen und beherbergen sie. Die vielen ehrenamtlichen Helfer*innen, die sich in den
Tierschutzvereinen und Tierheimen einbringen, sind hierbei eine wichtige Unterstützung. Oftmals
übernehmen die Tierheime bei der Tierunterbringung staatliche Aufgaben. Wachsende Abgabeund
Fundtierzahlen, längere Verweildauern der Tiere, steigende Haltungs-, Futter- und
tierärztliche Versorgungskosten sowie der Rückgang von Spenden stellen viele Tierheime jedoch
vor enorme finanzielle Herausforderungen, zum Teil bis zum Rande ihrer Existenz.
Die Unterstützung der Tierheime ist nach Ansicht des Parlamentskreises Tierschutz im
Deutschen Bundestag ein gesamtgesellschaftliches Interesse, welchem sich die öffentliche Hand
nicht entziehen darf. Es muss Praxis werden, dass Tierheime aufgrund der Übernahme von
staatlichen Aufgaben entstandene Ausgaben tatsächlich auch kostendeckend erstattet
bekommen. Bund, Länder und Kommunen müssen hinsichtlich ihres Verantwortungsbereiches
auf gute Rahmenbedingungen für die Tierheime hinwirken. Auch Phänomenen wie dem illegalen
Welpenhandel und „Animal Hoarding“ sowie der nicht sachgemäßen Haltung von Tieren –
insbesondere von exotischen oder gefährlichen Tieren – ist entgegenzuwirken, um die Tierheime
langfristig zu entlasten. Um die Kenntnisse im Umgang mit Tieren zu steigern, bedarf es eines
umfangreichen Angebots an sachdienlichen Informationen für künftige Besitzer*innen, die sich
dann sicher auch positiv auf die Kaufentscheidung oder eben den Verzicht eines Kaufes
auswirken. Solch ein Fachkundenachweis würde dazu beitragen, dass die nötigen Kenntnisse
vorhanden sind, um ein Tier fach- und artgerecht zu halten. Unüberlegten Spontankäufen, ohne
über das Verhalten und die Bedürfnisse der Tiere Bescheid zu wissen, würde somit vorgebeugt.
Wir wollen keine überforderten Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer mehr, die ihre Tiere im
Tierheim abgeben oder einfach aussetzen.
Der Parlamentskreis Tierschutz im Deutschen Bundestag möchte Anstoß geben für eine bessere
finanzielle Versorgung der Tierheime in Deutschland. Wir fordern daher eine ausreichende
Unterstützung der Tierheime durch den Staat für den steigenden Finanzbedarf für Futtermittel
und veterinärmedizinische Leistungen sowie eine Förderung von Investitionen von Tierheimen
mit Blick auf Quarantäne- und Hygienevorschriften. Darüber hinaus setzen wir uns für eine
Ausgestaltung der Fundtierpauschale sowie eine Aufhebung der rechtlichen Unterscheidung
zwischen Fundtieren und herrenlosen Tieren ein, die es den Tierheimen erlaubt, ihre laufenden
Kosten zu decken.
Christina Jantz-Herrmann Nicole Maisch Birgit Menz Dagmar G. Wöhrl2016-04-28_PM Parlamentskreis Tierschutz

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