Deutscher Tierschutzbund verleiht „TiBu“ in Potsdam

Der Deutsche Tierschutzbund zeichnet heute drei Preisträger mit dem „TiBu“ aus. Der Preis ehrt Menschen oder Institutionen, die mit ihrem Wirken den Wertewandel in unserer Gesellschaft – zu einem Mehr an Tierschutz – voranbringen. Die diesjährigen Preisträger sind Sängerin Stefanie Hertel, Autor und Journalist Manfred Karremann sowie der Leiter der ZDF-Redaktion Kirche und Leben ev., Dr. Reinold Hartmann, der u.a. auch für die Themen der Reihe „37 Grad“ verantwortlich ist. Der TiBu wird jährlich in verschiedenen Kategorien vergeben. Die Verleihung findet in diesem Jahr am Vorabend der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes in Potsdam statt.

 „Dass der Tierschutz in den letzten Jahren an Stellenwert in unserer Gesellschaft und in der konkreten politischen Debatte gewonnen hat, ist ein Verdienst Vieler“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Neben unserem Engagement ist es auch zahlreichen Begleitern zu verdanken, die mit ihrer Arbeit, ihren Auftritten oder ihrem Einsatz dazu beigetragen haben, dass der Tierschutzgedanke sich im öffentlichen Bewusstsein manifestiert hat. Diesen individuellen Beitrag zum Wertewandel soll der TiBu anerkennen.“ Die drei Preisträger kommen 2017 aus den Kategorien „Prominent“, „Investigative Recherche“ und „Dokumentation“.

Die Preisträger 2017:

 Kategorie Prominent: Stefanie Hertel

Bei öffentlichen Auftritten ebenso wie im Stillen nutzt Stefanie Hertel jede Gelegenheit, um Menschen für den Tierschutz zu sensibilisieren. Sie wirbt dafür, auf Tiere zu achten, die Tiere zu achten – sei es bei der Ernährung oder durch den Verzicht auf Echtpelz. In ihrer Funktion als Botschafterin des Deutschen Tierschutzbundes besucht die Sängerin seit Jahren regelmäßig Tierheime, steht für Benefiz-Veranstaltungen zur Verfügung, sitzt in der Jury des Deutschen Tierschutzpreises und ist Laudatorin bei seiner Verleihung. Weiterhin ist sie als Patin des Deutschen Haustierregisters des Deutschen Tierschutzbundes aktiv. „Stefanie Hertel setzt sich seit Jahrzehnten für den Schutz der Mitgeschöpfe ein – ohne Starallüren und ohne auf den eigenen PR-Zweck zu achten“, kommentiert Schröder.

 Kategorie Investigative Recherche: Manfred Karremannn

Mit seinen kritischen Filmen, von denen viele beim ZDF in der Reihe „37 Grad“ ausgestrahlt wurden, hat Manfred Karremann seit 1988 den Tierschutz in die Öffentlichkeit gebracht und eine nicht mehr anzuhaltende Debatte über Tierschutz und Tierrechte mit angestoßen. 1996 und erneut 2005 dokumentierte er, begleitet vom damaligen Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, die unzumutbaren Zustände bei der Verladung von Rindern und deren Transport in den Libanon. „Was tun wir Tieren jeden Tag an, wenn wir uns das noch nicht einmal zehn Minuten im Fernsehen ansehen können?“, sagt Karremann, dessen Bilder der Rindertransporte einen Sturm der Entrüstung auslösten und letztlich dazu führten, dass die Subventionen für den Export von Schlachtrindern in Länder außerhalb der EU eingestellt wurden. In weiteren gemeinsamen Projekten mit dem Deutschen Tierschutzbund dokumentierte Karremann u.a. den Weg der Affen vom Dschungel auf Mauritius in deutsche Tierversuchslabore oder den Transport von Schlachtpferden von Litauen bis nach Sardinien. Bis heute nehmen die Tierschutz-Themen eine wichtige Stellung in seiner Arbeit als Autor und investigativer Journalist ein.

 Kategorie Dokumentation: Dr. Reinold Hartmann

Als Leiter der Redaktion Kirche und Leben ev. beim ZDF ist Dr. Reinold Hartmann auch für das Format „37 Grad“ zuständig. Unter anderem ihm ist es zu verdanken, dass in der seit 1994 ausgestrahlten Reihe auch immer wieder Tierschutzthemen ihren Platz finden. „Bei vielen unserer Dokumentationen geht es darum, die Mechanik der Massenproduktion von Fleisch und Tierprodukten zu verstehen“, sagt Hartmann. „Und gleichzeitig begegnet der Zuschauer Tieren wirklich: Lebewesen, die soziale und seelische Bedürfnisse haben. Mitunter sind dabei verstörende Bilder entstanden. Aber – das ist die gute Nachricht – sehr viele Zuschauer muten sich diese Begegnung zu. In einer Zeit, in der die Massenproduktion nicht ab-, sondern zunimmt, ist es die Aufgabe des Massenmediums Fernsehen die wichtige Frage stellen: Nach welchen Werten wollen wir leben?“ Reportagen der Reihe „37 Grad“ stellen diese Frage und erreichen damit eine breite Bevölkerungsgruppe.

 

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